Geschichten vom Schäfer, der über das Land zog, um Geschichten zu sammeln.

Dieses Thema im Forum 'Archiv Rest' wurde von lunasilberfell gestartet, 28 Dezember 2019.

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  1. lunasilberfell

    lunasilberfell Ausnahmetalent

    Jeder, der mag, schreibt mit.
    Hier sollen Geschichten erzählt werden, die einen Anfang und ein Ende haben.
    Wie lang oder kurz die Geschichte sein wird, ist offen, ganz wichtig ist nur, dass sie einen Sinn behält, und damit einen „roten Faden“ hat, der sich durch die Geschichte zieht. Wer dabei wieviel schreibt, ist jedem selbst überlassen!
    Das Thema der neuen Geschichte wird gewählt von demjenigen, der eine Geschichte zu Ende geschrieben hat.
    Viel Spaß dabei euch allen :)




    und ich fang einfach mal an, und hoffe auf viele Mitschreiber...


    Erste Geschichte

    Das Schaf, das mehr als mäh sagen konnte

    Als ich 1982 mein erstes eigenes Schaf bekam, dachte ich mir nicht viel dabei. Es war eben normal für mich, als Sohn eines Schäfers zum 12. Geburtstag ein Schaf zu bekommen.
    Als ich allerdings in den Stall ging, um mein Geburtstagsgeschenk in Augenschein zu nehmen, war ich doch etwas überascht, denn dieses Schaf war anders, als die Schafe meine Brüder und Schwestern.
    Es war schwarz.
    So rabenschwarz wie meine Haare.
     
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  2. KrautundRuebenbauer

    KrautundRuebenbauer Lebende Forenlegende

    Ich bin dabei für`s erste mit der kürzesten Kurzgeschichte:

    Es trafen sich zwei Jäger... .
     
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  3. cooley

    cooley Lebende Forenlegende

    Diese wird noch kürzer:

    >>...Beide erschossen sich!<<
     
    tanni71, lunasilberfell und Krautü gefällt dies.
  4. lunasilberfell

    lunasilberfell Ausnahmetalent

    Danke für eure Antworten ;) aber so war das eigentlich nicht gedacht….
    Die Idee war, gemeinsam eine Geschichte zu erzählen, die einen Anfang und irgendwann nach beliebig vielen Beiträgen unterschiedlicher Mitspieler ein Ende hat.

    Also noch mal von Vorne, wer mag, macht mit, und den Anfang der 4. Geschichte (obwohl die erste ja noch gar kein Ende hat).
     
  5. Krautier

    Krautier Lebende Forenlegende

    Ach, so. Die Geschichte hat irgendwann ein Ende.

    Die Witwen der beiden Jäger und die Frau mit den Rabenschwarzen Haaren und dem Rabenschwarzen Schaf, das anders war, als das ihrer Geschwister, deren Schafe nicht schwarz waren, sassen zusammen in einer Eisdiele und aßen Spaghettieis, Cup Danmark und einen Bananensplit. Ein Jogger gesellte sich hinzu und bestellte ein Pfirsich Melba...
     
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  6. winterlamm

    winterlamm Nachwuchs-Autor

    ..., das ihm das schwarze Schaf allerdings wegschleckte, das der Zwölfjährige überall mit hin nahm, da es wirklich etwas ganz besonderes war. Deshalb hieß es auch Albert, weil sich der Junge sicher war, das es der Einstein der Herde war...
     
  7. KrautundRuebenbauer

    KrautundRuebenbauer Lebende Forenlegende

    Ja, jedesmal, wenn man ihm 10 Finger zeigte, hob er 10 mal sein linkes Bein, bei 7 Fingern 7, bei 3 Fingern 3, usw. und es erinnerte sich an die weisen Erzählungen seiner Biologielehrerin, die zu ihrer Zeit mit ihrer Schulklasse und sämtlichen anderen Schulklassen auch, gezwungen worden war auf die Felder zu gehen, um die schädlichen Kartoffelkäfer einzusammeln, damit die Kartoffelernten nicht vernichtet würden durch die Kartoffelkäfer.
    Und da Schädlingsbekämpfungsmittel aus gesundheitlichen Gründen demnächst komplett verboten werden, schlug es vor wieder Schulklassen auf die Felder zu schicken, um unentgeltlich Kartoffelkäfer einzusammeln. Freiwillige Umweltschützer sind ja jeden Freitag unterwegs, um für die Umwelt die Schule zu streiken, hinterlassen aber gleichzeitig unzählige Tonnen von Müll.
    Alte Leute sehen gerade tiefrot, angesichts derber Beleidigungen rotzfrecher Kindergesangsgruppen, haben aber unzählige Entscheidungsträger unter ihnen, wie zum Beispiel Bildungsminister* und Schuldirektoren*. Das Schaf sah also in seinem geistigen Auge Dinge, die es kurz nach dem 2. Weltkriege schon einmal gab.
    Unzufriedene, Gewalttätige würden nun genug Platz auf den Strassen haben, um Unstimmigkeiten unter sich auszutragen. Mit z.B. heilsamen Schlägen auf den Hinterkopf, um das Denken anzuregen, umringt von starken Polizeieinheiten, die aber nach wie vor nur bei absoluter Notwendigkeit von der Schusswaffe Gebrauch machen würden. Also Dinge die sich gerade sowieso entwickeln.
    Junge Alte, die inzwischen sogar ihren Erwachsenen Kindern deren Handys erklären können, stünden wie früher hinter dem Vorhang oder lehnen sich auf`s Fensterbrett, greifen traditionelle amerikanische Ideen wie "neighbourhood watch" (Nachbarschaftsbeobachtung) auf, um mit ihren Handys eine Hilfskette "wir holen über Handy sofort die mobile Eingriffstruppe" in Gang zu setzen. In der Tradition der früheren Schutzmänner und Eckensteher oder der "Bobbys" in England steht heuer sowieso ein Polizist an jeder Ecke. Allerdings in voller Kampfmontur. Nicht nur mit Schlagstock. Und noch besser: in der lokalen Zeitung gab es schon Luftbilder mit rot eingefärbten Gebäuden, wozu auch immer. Völlig unnötig, denn bei 7 Verdächtigen Extremtätern, die heuer vorsichtshalber auf 7 Knäste verteilt werden, weiß man sowieso, wo die gerade sind. Und wenn sie sich selbst zu gefährlich werden, regeln die vieles in alter Tradition sowieso untereinander. Wozu also gut und teuer ausgebildete Kampftruppen verschleißen? Erstaunlich, wie gut einzelne Schafe über das heutige reale Zusammenleben informiert sind. Die gucken vielleicht zuviel Fernsehen, anstatt auf dem Handy zu daddeln. Der Rest von der Schafherde war da schon klüger. Wann immer sie es sich leisten konnte, ging sie zusammen Spaghettieis essen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31 Dezember 2019
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  8. cooley

    cooley Lebende Forenlegende

    Man schreibt ja heute den 8.Januar 2020.
    Es hat nicht nur ein neues Jahr begonnen sondern auch gleich ein ganzes Jahrzehnt - und so dachte ich mir, es wäre Zeit mal wieder
    hier etwas zu formulieren.
    Gut das Spaghetti-Eis dürfte ja nun verdaut sein und die kleine Herde der weißen Schafe blökte so vor sich hin, das Wetter verlief
    ja nicht so wie es sein sollte. Winter gab es keinen richtigen aber für Sommer oder Frühling war es einfach zu nass.
    Da hatte der Aussenseiter der Herde -der schwarze Albert- eine tolle Idee wie man sich gegenseitig im relativ sicheren Stall, die
    Zeit vertreiben könnte - und schlug auch gleich ganz enthusiastisch Folgendes vor:
     
  9. Krautü

    Krautü Lebende Forenlegende

    Freibier für alle!
     
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  10. cooley

    cooley Lebende Forenlegende

    Da die "normale" Schaf-Herde aber - dem Gerstensaft total euphorisch ablehnend gegenüberstand, traf den "schwarzen Albert"
    ein "Schitstorm" den er noch nie erlebte, bei seinen etwas anders gefärbten Geschwistern. Die spielten lieber Gruppenkuscheln, was wiederum Albert nicht ausstehen konnte - führte doch jede fremde Berührung bei ihm zu einer augenblicklichen "Schockstarre".
     
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  11. lunasilberfell

    lunasilberfell Ausnahmetalent

    Nun, der schwarze Albert war eben kein gewöhnliches Schaf!
    Er wartete den Shitstorm also ganz einfach ab und tat so, als verfiele er in die gleiche Schockstarre, die die anderen von seinen Berührungsängsten her ja schon kannten.
    Nach einer ganzen Weile wurde es seinen Schafskumpels langweilig, da Albert ja null Reaktion zeigte, und sie wendeten sich den wirklich wichtigen Dingen zu. So sind Schafe eben, irgendwann bekommen sie Hunger und vergessen alles andere. Sie hörten also auf, das schwarze Schaf blöd anzublöken und fraßen Heu. Eis war grad nicht da.
    Albert allerdings, der noch immer das „Freibier“ im Kopf hatte (er mochte Bier lieber als Eis), machte sich, scheinbar alleine, auf den Weg ins Dorf.

    Nach der dritten Kurve fühlte er sich beobachtet. Nach der vierten Kurve meinte er, ein leises Blöken hinter sich zu vernehmen. Nach der fünften Kurve hörte er ein leises Trappeln und schaute sich endlich um. Im Mondlicht sah er ….
     
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  12. KrautundRuebenbauer

    KrautundRuebenbauer Lebende Forenlegende

    Julchen, das Geburtstagsschaf.
     
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  13. cooley

    cooley Lebende Forenlegende

    Genau - und "Wollebomm" war natürlich auch dabei und nicht zu vergessen "Laird Hammelton", mit etwas Abstand trotteten auch noch die beiden weißen Schafe hinterher, das eine vom "Strand-Club" und das andere wo immer für diese "Veggie-Grill-Party" zuständig war.
    Der "schwarze Albert" fühlte sich nicht nur beobachtet, für ihn war es richtig Mobbing... schließlich würde er bei deren Anwesenheit,
    kein heiß ersehntes Bier bekommen, krampfhaft überlegte er, wie er seine "Verfolger" abschütteln konnte...
     
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  14. KrautundRuebenbauer

    KrautundRuebenbauer Lebende Forenlegende

    Veggie-Grill-Party? Ah, der Penny-Andi mit seinen Kumpels, seiner Frau und seinen Schwiegereltern. Gero oder wie der heißt, schaltete schnell und verlegte helfend eine heiße Spur aus Grillkohle, an deren Ende er ein paar Würste auf einem Teller im Gras platzierte. Allerdings weit, weit weg vom Gemobbten. Spendierte dazu aber auch ein Fläschchen mit Ketchup.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10 Januar 2020
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  15. lunasilberfell

    lunasilberfell Ausnahmetalent

    Wollebomm, Laird Hammelton und die beiden Weißen nahmen die Spur auf. Vor allem der Ketchup stieg ihnen so in die Nase, dass sie alles andere um sich herum vergaßen.
    Vergaßen Albert, vergaßen, warum sie ihm gefolgt waren, und vergaßen vor allem Julchen. Sie folgten also der Grillkohle-Ketchup-Spur und landeten, wie auch anders, als Würstchen auf dem Grill. Wie gemein! Und sowas nennt sich Veggie-Grill-Party…

    Julchen indes, die Ketchup (zu ihrem Glück) nicht ausstehen konnte, hielt sich dicht an Alberts Hufen. So lief sie eine ganze Weile hinter ihm her,
    bis sie über eine Baumwurzel stolperte. Sie fiel mit einem lauten Krachen auf ihre süße Nase. Die aber nicht zerbrach, nur etwas weh tat.
    Albert drehte sich um, denn er hatte gedacht, alle Verfolger seien umgekehrt, weil es ihnen langweilig geworden sei. Da sah er Julchen.
    „Julchen, mal wieder zu viel Gras gefressen?“ Streichelte ihr über den Kopf, und entdeckte die kleine schwarze Fellsträhne hinter ihrem linken Ohr.
    „Du bist eine von uns!“, entfuhr es Albert, und obwohl er es gar nicht wollte, schüttelte er seine scharze Mähne und heraus flogen unzählige kleine Sternchen, die sich blitzend und glitzernd in die Luft erhoben, immer höher und höher, und nach einer ganzen Weile am Himmel niederließen.
    Julchen erschrak: „Du auch? Du kannst die Sterne fliegen lassen?“
     
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  16. cooley

    cooley Lebende Forenlegende

    >>Klar, wieso denn nicht...<< erwiderte der schlaue Albert und nach einer größeren Denkpause fuhr er fort: >>...weißt Du Julchen,
    das können eigentlich alle "schwarze Schafe" nur wissen das die allermeisten gar nicht...<<
     
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  17. KrautundRuebenbauer

    KrautundRuebenbauer Lebende Forenlegende

    Was auch ganz gut ist, denn sonst wäre ja der ganze Himmel voller Sterne.
     
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  18. lunasilberfell

    lunasilberfell Ausnahmetalent

    Julchen schaute Albert mit großen Augen an. „Das wusste ich wirklich nicht. Und das ist also der Grund, warum die anderen uns nicht mögen? Sie sind nur neidisch?“
    Albert lachte gequält.
    „Das wäre schön,“ erwiderte er. „aber so ist es nicht. Sie wissen es nicht mal, und sie dürfen es auch nie erfahren, erzähle es niemals einem von den Weißen!“ Er runzelte seine Stirn und wurde ganz still. Viele Dinge gingen ihm durch seinen hübschen Schafskopf, unter anderem der Grund, warum schwarze Schafe wirklich so unbeliebt sind. „Schwarze Wolle lässt sich nicht so einfach färben, deshalb werden wir lieber geschlachtet als zur Zucht verwendet. Ich hatte Glück, weil ich ein Geburtstagsschaf bin, genauso wie du.“
    Schweigend setzten sie ihren Weg fort.
    Bis Julchen nach einer ganzen Weile Licht durch die Bäume schimmern sah. Das musste das Dorf sein!
     
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  19. Krautürk

    Krautürk Lebende Forenlegende

    Das Dorf der ahnungslosen weißen Schafe.
     
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  20. cooley

    cooley Lebende Forenlegende

    Ja es war tatsächlich dieses Dorf, wo sich die halbe Welt der weißen Schafe zusammen gefunden hatte. Sie hatten nämlich zu einem
    "Schafs-Kongress" geladen und es kamen unerwarteterweise so viele weiße Schafe, dass gar nicht alle in das Schafskongressgebäude
    hinein passten. Ein großer Teil der Schafskongressteilnehmer verteilte sich also ringsum und so nah wie möglich, um jenes Versammlungsgebäude.
    Wie nun die beiden schwarzwolligen -Albert und Julchen- in das Dorf hineinwanderten, ging durch die Reihen der Weißen ein Raunen
    und erstaunt stellten Julchen und Albert fest, dass sich die Weißen plötzlich unbehaglich fühlten - weil keines der riesigen weißen Schafsmasse mit den Schwarzen in Berührung kommen wollte.
    Irgendwann trat eines der Weißen an das Rednerpult und offensichtlich war es der Schafskongressteilnehmeraufsichtsratsvorsitzende
    denn er rief - und es sollte sich wohl kämpferisch anhören:
    >>Liebe hier versammelten Weißen, lasst Euch nicht verunsichern - wir sind die einzigen richtigen Schafe - und wir können darauf stolz sein, dass wir hier ungestört unseren alljährlichen "Weißschafskongress" durchführen können...<< und es schien nicht unerwartet,
    dass die angesprochene weißwollige Masse, wie bescheuert los blökten.
    Julchen und Albert blieben nun erst mal auf Abstand und warteten ab, was hier wohl noch alles geschehen würde.
     
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